Regenerative Medizin

Regenerative Medizin

Regenerative Medizin - speziell auf Ihr Haustier zugeschnittene Therapieform

Stammzelltherapie

Was sind Stammzellen:

Stammzellen sind undifferenzierte Vorläuferzellen die sich in eine Vielzahl von spezialisierten Zellen entwickeln können. Es wird zwischen embryonalen und adulten Stammzellen unterschieden. Da embryonalen Stammzellen viel aktiver sind, differenzieren sie sich in ganze Organismen weiter. Bei den adulten Stammzellen ist deren Differenzierungsfähigkeit bereits eingeschränkter und können zeitlebens aus verschiedensten Körpergeweben gewonnen werden. Sie besitzen eher einen Reparatureffekt . Als Quelle fungiert zumeist das Knochenmark oder das Fettgewebe. Der Unterschied zwischen den gewonnenen Stammzellen aus dem Fettgewebe und Knochenmark ist, das man aus dem Fettgewebe mehr Stammzellen entnehmen kann, wobei die Stammzellen aus dem Knochenmark wiederrum aktiver sind. Fettgewebe wird meisten entweder aus der Halsfalte, Brust oder auch seitlich der Schulter entnommen. Bei der Knochenmarkentnahme sind die Entnahmestellen entweder aus dem Oberarm- oder Oberschenkelknochen.

Liegt pathogenes Gewebe durch ein Trauma, Abnutzen, degenerativer Erkrankungen etz. vor, ermöglichen spezielle Rezeptoren, das Stammzellen auf Signale von zerstörtem Gewebe reagieren können. Sie wandern an den Ort des Verletzungsgeschehens und aktivieren dort die Regeneration des betroffenen Gewebes. Natürlich ist der Körper selbstständig im Stande Verletzungen zu heilen, nur wenn der Defekt zu groß oder zu schwerwiegend, bzw. ein degenerativer Prozess zu weit fortgeschritten ist, kann der Körper aus eigener Kraft die Regeneration nicht mehr bewältigen. Bei solchen Problemen ist die moderne Stammzelltherapien ein wichtiger Bestandteil der Heilungsprozesse. In der Veterinärmedizin werden heutzutage hauptsächlich Erkrankungen bzw. Verletzungen orthopädischer Natur mit Stammzellen bzw. mesenchymal stroma cells (MSCs) behandelt. Es gibt 2 Theorien über deren Wirkung. Man vermutet, dass die MSCs direkt durch die Differenzierung und der darauffolgende Produktion von gesunden, gewebsähnlichen Strukturen zur Regeneration beitragen. Andererseits könnten sie durch die Produktion von Wachstumsfaktoren, zellschützenden Faktoren und diversen chemotaktischen Faktoren einen stimulierenden Effekt auf die lokalen Zellen ausüben. Es kommt dabei zur Bildung neuer Blutgefäße und zur Mobilisation weiterer Stammzellen in den Verletzungsbereich, die wiederum ihrerseits zur Gewebsregeneration beitragen.

Indikationen bei ANIviVET

  • Gelenkserkrankungen
  • Arthrosen, Arthritis
  • Sehnen- und Bänderverletzungen
  • Oder als intraoperative Begleittherapie

Kontraindikationen: wenn Patient Kortison oder Entzündungshemmer bekommt. Vor Behandlung 5 Tage vorher absetzen. Keine weiteren Nebenwirkungen bekannt!

Ablauf der Therapie

ANIviVET bietet Entnahme und Applikationen am gleichen Tag - während der gleichen Narkose!

Der Patient muss nüchtern in die Ordination gebracht werden. Dort wird er für die Probeentnahme und Applikation vorbereitet und mittels Beobachtung eines Anästhesisten in Narkose gelegt. Die Probeentnahme erfolgt aus dem Knochenmark. Um eine Infektion zu vermeiden ist Sterilität von absoluter Notwendigkeit. Daher muss der Bereiche großzügig geschoren und desinfiziert werden. Nachdem die Probe entnommen worden ist, wird diese aufbereitet und zentrifugiert. Nach ca. 30min ist die Probe fertig und kann appliziert werden. Möchte der Tierbesitzer weitere Stammzellen züchten und lagern lassen, so können wir weitere Proben der Stammzellenbank zuschicken. Dabei werden die Zellen aus dem Fettgewebe entnommen.

Sobald der Patient aus der Narkose erwacht ist, darf er am selben Tag wieder nach Hause. In den ersten 2-3 Tagen sollte der Patient ruhig gehalten werden. Leinenzwang steht an! Keine Verabreichung von NSAIDs, Kortison oder Lasertherapie für mindestens 1 Monat. Hat der Patient vorerst noch Schmerzen bis die Therapie anspricht gibt es andere Schmerzmittel welche man verabreichen kann.

Bereits 10-14 Wochen nach der Applikation sind Verbesserungen des Gangbildes erkennbar. Bei besonders schweren Fällen ist eine Kombination mit Plättchen reichem Plasma (PRP) und der Stammzelltherapie ratsam.

Eigenbluttherapie – platelet rich plasma (PRP)

Die Thrombozytentherapie (PRP) ist Teil der regenerativen Medizin und ist mittlerweile ein wichtiger Therapieansatz in der Veterinärmedizin. Aufgrund der biologischen Wirksamkeit liegen die Hauptindikationen primär bei sehr schwer heilendem Gewebe, wie zum Beispiel Sehnen, Bänder und Gelenkserkrankungen wie Arthrosen oder Arthritis. Grundsätzlich heilen Sehnen – oder Bänderverletzungen in der Regel von alleine, beansprucht aber sehr viel Zeit. Desto ärgerlicher ist es wenn nach einer langen Rekonvaleszenz erneut Schäden auftreten. Genau deswegen ist eine Beeinflussung der Heilungsprozesse zur Verbesserung der Nachhaltigkeit dringend zu empfehlen. Die Behandlung mit dieser Methode steigert die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches dass unser Patient wieder auf vorherigem Niveau belastbar wird. Es lässt sich eine Regeneration von Gewebe erreichen welches in seinen Eigenschaften dem ursprünglichen und gesunden Gewebes viel näher kommt als durch reines ‚Abwarten‘ zu erreichen wäre.

Biologischer Hintergrund:

Einige dieser wichtigen Proteine sind „Platelet-Derived Growth Factor“ (PDGF), „Transforming Growth Factor-β“ (TGF 1 und 2), „Vascular endothelial Growth Factor“ (VEGF), „Insulin-Like Growth Factor“ (IGF 1)und „Platelet-Derived Angiogenesis Factor“. Die Wirkungsmechanismen von Plättchen reichen Plasma sind vielseitiger Natur. Zum Beispiel: durch die TGF kommt es zu einer Niederregulierung von gewebszerstörenden Zytokinen. Durch die VEGF kommt es zur Bildung von Decorin welches entscheidend für die Festigkeit und Organisation von Sehnengewebe ist. Des Weiteren wird die Bildung von Kollagen Typ I bewirkt. Zusätzlich wird die Bildung von ‚cartilage oligomeric matrix protein‘ (COMP) angeregt, welches die Kollagenfibrillogenese aktiviert. Diese fördert die Organisation der Struktur des Kollagens durch die Bindung an Kollagen typ I.

Indikationen:

  • Gelenkserkrankungen
  • Arthrosen, Arthritis
  • Sehnen- und Bänderverletzungen
  • Intraoperative Begleittherapie

Kontraindikationen: wenn Patient Kortison oder Entzündungshemmer bekommt. Vor Behandlung 2 Tage vorher absetzen

Ablauf der Behandlung

Nach Abnahme einer gewissen Menge an Blut, wird dieses zentrifugiert und aufbereitet. Das gewonnene thrombozytenreiche Plasma wird direkt ins Gelenk appliziert. Dadurch wird im geschädigten Gewebe eine Vielzahl von Wachstumsfaktoren und Zytokinen aktiviert, welche entzündungshemmend, schmerzreduzierend und gewebsregenerierend wirken. Dabei bekommt der Patient eine Kurznarkose oder wenn ausreichend nur eine tiefe Sedierung. Um eine Gelenksinfektion zu vermeiden ist Sterilität bei Gelenkspunktionen von absoluter Notwendigkeit. Daher muss der Bereich um die Injektionsstelle über ca. 5cm geschoren und desinfiziert werden. Dann erfolgt die Injektion. Nach ca. 60 min. ist der Patient wieder fit. In den ersten 2-3 Tagen sollte der Patient ruhig gehalten werden. Leinenzwang steht an!

Je nach klinischem Verlauf ist eine weitere Applikation nach 1 Woche anzuraten.

Hyaluronsäuretherapie – intraartrikulär und intravenös

Was ist Hyaluronsäure:

Hyaluronsäure ist ein wesentlicher Bestandteil der Gelenksflüssigkeit. Diese wiederrum ist für die Schmierfähigkeit einer Flüssigkeit verantwortlich. Sie sorgt für eine reibungslose- und verschleißarme Gelenksbewegung. Neben der Gelenksflüssigkeit findet man die Hyaluronsäure auch im Gelenksknorpel. Dort hat sie eine stoßdämpfende Wirkung.

Leidet Ihr geliebter Vierbeiner zum Beispiel an Arthrosen, so führt diese Erkrankung zu Schädigung des betroffenen Gelenkes und zum Abbau der Hyaluronsäure. Die Gelenksflüssigkeit verändert sich dadurch und verliert ihre ölartige Konsistenz. Die Reibung der Gelenksflächen wird nicht mehr vermindert. Außerdem verliert der Knorpel an seiner Elastizität und wird dadurch immer mehr zerstört.

Die Applikation von Hyaluronsäure wird daher bereits seit vielen Jahren sowohl in der Human- wie auch in der Tiermedizin angewendet. Mittlerweile gibt es sehr hochwertige Präparate bestehen aus zwei unterschiedlichen Hyaluronsäuren. Eine hoch- und eine niedermolekulare Hyaluronsäure. Durch diese Kombination wird sowohl die Schmierfähigkeit der Gelenksflüssigkeit als auch die Stoßdämpferwirkung des Gelenkknorpels wieder erhöht. Weiteres wird die voranschreitende Entzündung im Gelenk gelindert, was wiederum zur Schmerzverminderung und Verbesserung des Gangbildes führt.

Indikationen:

  • Gelenkserkrankungen
  • Arthrosen
  • Spondylosen
  • Intraoperative Begleittherapie
  • Systemische Probleme

Kontraindikationen: wenn bereits Kortison verwendet worden ist

Ablauf der Behandlung

  • Intraartrikulär (direkt ins Gelenk):
    Das Präparat wird direkt ins Gelenk appliziert. Dabei bekommt der Patient eine Kurznarkose unter Anwesenheit eines Anästhesisten. Um eine Gelenksinfektion zu vermeiden ist Sterilität bei Gelenkspunktionen von absoluter Notwendigkeit. Daher muss der Bereich um die Injektionsstelle über ca. 5cm geschoren und desinfiziert werden. Dann erfolgt die Injektion. Nach ca. 60 min. ist der Patient wieder fit. In den ersten 2-3 Tagen sollte der Patient ruhig gehalten werden. Leinenzwang steht an!

    Um eine zuverlässige und ausreichende Verteilung der Hyaluronsäure im erkrankten Gelenk, bzw. Knorpel zu erreichen, benötigt der Patient während der Anfangsphase eine Auffrischungsinjektion.
    Bei Patienten mit sehr schweren Arthrosen sogar eine zweite Auffrischung im Abstand von 1 Woche. Das heißt insgesamt 3 Injektionen. Weiteres sollte man die Behandlung im ersten Jahr alle 3 Monate, im zweiten Jahr alle 6 Monate und ab dem dritten Jahr 1mal jährlich wiederholen.
  • Intravenös (in die Vene):
    Liegen mehrere Probleme vor, und möchte man die Produktion der Gelenksflüssigkeit und Sehnenfasern im gesamten Körper optimieren, kann die Hyaluronsäure auch intravenös verabreicht werden. Es hat somit eine systemische Wirkung. Dafür muss der Patient 1 mal wöchentlich für insgesamt 4 Wochen zur Behandlung vorstellig werden. Dabei wird ihm ein Venenkatheter gesetzt um das Präparat zu injizieren.

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